Von der Abwesenheit der Anwesenheit – das Gedächtnis des virtuellen Interaktionssystems

Das Internet markiert einen paradigmatischen Wechsel innerhalb der Selbstbeobachtung der Gesellschaft. Dabei spielt insbesondere das Gedächtnis eine herausragende Rolle. Neben den semantischen Beschreibungsprozessen des „Nicht-Vergessen-Können“, hat die neu entstehende Konservierbarkeit von interaktionaler Kommunikation dramatische Folgen für die Gesellschaft und deren Struktur. Der Vortrag versucht aus einer systemtheoretischen Perspektive die Veränderungsprozesse interaktionaler Kommunikation, die sich im Cyberspace abspielt, zu hinterfragen und deren gesellschaftlichen Wirkungen zu skizzieren.
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Dieser Beitrag wurde eingereicht von Jan Fuhrmann.

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Politische Partizipation in der Spätmoderne. Das Fallbeispiel ‚Mediaspree Versenken!’. Eine Analyse monothematischer Bürgerproteste anhand qualitativer Interviews.

In der hoch individualisierten Gesellschaft der Spätmoderne erscheint langfristiges, an Gruppeninteressen gebundenes Engagement in politischen Organisationen zunehmend unattraktiv. Dennoch partizipieren viele Bürger am politischen Prozess in Form episodisch auftretender, monothematisch orientierter Proteste, die sich insbesondere gegen solche Beschlüsse der Politik richten, welche die individuelle Lebenswelt direkt betreffen. Der Vorwurf, es mangele diesen Protestformen an gesamtgesellschaftlichem Weitblick, übersieht eine entscheidende Absicht politischen Protests: Kritik als Korrektiv ist eine grundlegende Ressource von Demokratie. Deren öffentliche und mediale Wahrnehmung ist entscheidend für ihren Erfolg. Die Bürgerinitiative ‚Mediaspree Versenken!’ gibt Beispiele, wie durch kreative Aktionsformen wie politische Open-Air-Raves Aufmerksamkeit für ein Protestziel erreicht werden kann. Können erlebnisorientierte Formen des Engagements ein adäquates Mittel zur politischen Mobilisierung von Bürgern sein, die wenig Interesse an klassischen Formen politischer Teilhabe zeigen?
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Dieser Beitrag wurde eingereicht von Sebastian von Gumbert.

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Gesellschaft im Chaos – Eine Analyse der Proteste in den nordafrikanischen Ländern

Unruhen, Revolution, Chaos. In den arabischen Ländern geht es rund. Doch wie kam es dazu, dass plötzlich zehntausende Menschen auf die Straße gingen und gegen ihr Regime protestierten? Welche Rolle spielt die soziale Stimmung, oder Social Mood, dabei? Und warum hat sie die Revolution wie ein Lauffeuer über den ganzen nordafrikanischen Raum ausgebreitet? Welchen Beitrag hatte Social Media in dieser Diffusion? In unserem Vortrag versuchen wir darauf Antworten zu geben.
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Dieser Beitrag wurde eingereicht von DavidHorvath.

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Dein Avatar versteht mich nicht (Und Du?) – Das Problem der Qualifizierung von Sprechakten in digitalisierter Kommunikation

Wir kommunizieren ständig – verbal, nonverbal, digital, analog, bewusst, unbewusst und sogar drahtlos per Funk. So finden und behaupten wir uns einen Platz im sozialen Gefüge unserer Gesellschaft. Technische Errungenschaften erleichtern uns die Interaktion selbst und die Organisation unserer Kommunikationsakte. Dabei darf aber nicht außer Acht gelassen werden, dass diese Technologien Unzulänglichkeiten haben, die, verfahrensbedingt, auch unsere Interaktionen beeinflussen. In diesem Vortrag soll eine Entwicklung aufgezeigt werden, die von den Neuen Medien ausgeht mit einer ihnen inhärenten veränderten Sprachverwendung; aus diesen linguistischen Einsichten wird eine Projektion gewagt, gestützt auf Studien der Kommunikationswissenschaft und der Soziolinguistik, die mögliche Veränderungen gesellschaftlicher Interaktion beschreibt.
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Dieser Beitrag wurde eingereicht von Ecco21.

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„Couchsurfen“- Eine Innovation. Die Analyse einer Reisepraktik.

Das Internet hat unsere komplexe Welt noch vielschichtiger gemacht und sie dem Individuum an die Seite gestellt. Ein Phänomen bei dem die Grenzen beider Welten verschwimmen ist Couchsurfing.com. Dieses ist ein internetbasiertes Gastgebernetzwerk und man kreiert dabei man auf der Internetplattform Couchsurfing.org ein Profil um zum einen bei anderen übernachten zu können (surfen) und zum anderen selbst eine Übernachtungsmöglichkeit anzubieten (hosten). Diese besondere Reiseform wurde mit Hilfe der Praxistheorie Schatzkis auf ihre Innovativität hin untersucht. Dabei wurden bekannte Reisepraktiken, wie Pilgern, und die Hotelreisepraktik als Vergleichsebene herangezogen. Bei der Untersuchung des Couchsurfens spielte weiterhin die Reziprozität zwischen Host und Surfer eine gesonderte Rolle.
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Konstruktion von (inter-)kultureller Wirklichkeit auf der Grundlage visueller Massenmedien

Massenmedial vermittelte Bilder einer komplexen neuen Welt stellen sich nicht nur multimedial sondern auch multiperspektivisch dar. Dementsprechend beinhalten sie eine Vielzahl an vorder- und hintergründigen Informationen, die den Rezipient_innen nicht immer auf den ersten Blick zugängig sind. Dennoch formieren diese Bilder diskursiv eine Wirklichkeit, die im Alltäglichen das Wissen über die Welt (vor-)prägt, mitbestimmt und modifiziert.
Auf der Grundlage eines Plakates, das ich bildanalytisch in Anlehnung an das Stufenmodell Erwin Panofskys durchgeführt habe, werde ich in meinem Vortrag zum einen versuchen aufzuzeigen, wie (inter-)kulturelle Wirklichkeit visualisiert wird und, zum anderen, werde ich, daran anknüpfend, aufzeigen, wer an dieser Konstruktion maßgeblich beteiligt ist.
Abschließend möchte ich darüber diskutieren, ob diejenigen, die diese Bilder als vermeintliche Wahrheit konstruieren, die Definitionsmacht über Wissen besitzt, das mitverantwortlich ist, für das Generieren spezifischer gesellschaftlicher, politischer, rechtlicher und wirtschaftlicher Diskurse.
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Dieser Beitrag wurde eingereicht von Indra.

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Soziale Initiativen 2.0 – Die nächste Generation der sozialen Initiativen in einer komplexen neuen Welt

Soziale Medien im Web 2.0 stellen für soziale Initiativen hilfreiche Werkzeuge zur Zielerreichung dar, die jedoch kontextspezifisch angewendet werden müssen. Aufgrund der Komplexität ihrer Nutzungspraktiken stellen sie neue Herausforderungen an den sozialen Sektor. Ein Forschungsprojekt der TU Berlin untersucht dieses Phänomen seit zwei Jahren, stellt auf dem Kongress erste Zwischenergebnisse vor und ruft zur bundesweiten Vernetzung der sich mit diesem Bereich Beschäftigenden auf.
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Dieser Beitrag wurde eingereicht von Richy Bretzger.

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Prostitution im feministischen Diskurs

Die Frauenbewegung ist eine der bedeutendsten sozialen Bewegungen, insbesondere der letzten vier Jahrzehnte. Im öffentlichen und auch im wissenschaftlichen Diskurs wird Feminismus meist als etwas homogenes dargestellt. Dass der Feminismus jedoch vielschichtig, komplex und heterogen ist, zeigt diese Arbeit am Thema Prostitution. Wie wird Prostitution als soziales Phänomen im feministischen Diskurs verhandelt? Welche Interpretationen desselben werden in diesem Diskurs gegeben? Diesen Fragen geht die Bachelorarbeit in der Perspektive der Diskursanalyse nach.

Zunächst wird dazu die Pluralität des Feminismus überblicksartig dargestellt, wobei in der Beschreibung der Heterogenität des feministischen Diskurses in der Thematik, den Perspektiven, Herangehensweisen und Positionierungen auch das den Feminismen „gemeinsame Band“ (Becker-Schmidt/Knapp 2007:7) im Blick behalten wird.
Anschließend daran erfolgt die methodische Grundlegung. Zurückgegriffen wird hierbei auf den Diskursbegriff Foucaults. Mittels der Verknüpfung des Foucault‘schen Diskursbegriffs mit dem Konzept Rahmen von Gerhards sowie demjenigen der Trennung von Deutungsangeboten und Deutungsvorgaben von Schwab-Trapp wird das begriffliche Instrumentarium aufgebaut. Mit diesem wird in den folgenden Kapiteln der feministische Diskurs zu Prostitution betrachtet, wobei eine umfangreiche Literaturbasis bearbeitet wird.

Anhand von Beispielen wird aufgezeigt, auf welche Art und Weise die AkteurInnen im Diskurs miteinander verhandeln. Wie wird der Diskurs verknappt, wie werden Deutungsangebote zu Deutungsvorgaben institutionalisiert, welche Strategien werden in den diskursiven Verhandlungen von den AkteurInnen eingesetzt?

Die Kapitel zwei, drei und vier stellen die Inhalte der diskursiven Verhandlungen dar. Dabei werden mittels der Methodik, die zuvor aufgebaut wurde, induktiv drei Rahmen identifiziert: Beruf, Patriarchat und Gesetzgebung. Innerhalb dieser Rahmen geben die AkteurInnen des Diskurses unterschiedliche Deutungsangebote; diese werden induktiv identifiziert und in idealtypischer Form dargestellt.
Im Rahmen Beruf werden getrennt zwei Felder von Deutungsangeboten betrachtet: Vier Deutungsangebote zur Normalisierung der Prostitution als Beruf beziehungsweise Abgrenzung hiervon und drei Deutungsangebote zur Prostitution als Verdienstmöglichkeit. Im Rahmen Patriarchat werden in einem Feld Deutungsangebote zur Frage gegeben, inwieweit die Prostitution das Patriarchat perpetuiert oder aufbricht. Identifiziert werden hierzu im Diskurs vier Deutungsangebote. In einem zweiten finden sich vier Deutungsangebote zu Freiwilligkeit versus Zwang. Die Darstellung der diskursiven Verhandlungen in diesen Rahmen ist der Schwerpunkt der Arbeit. Gefolgt wird sie von der Betrachtung des kollektiven Sprechens im Rahmen Gesetzgebung. Es zeigt sich eine starke und tiefgehende Heterogenität der Interpretationen des sozialen Phänomens Prostitution im feministischen Diskurs.

Abschließend werden im Fazit, nach einer zusammenfassenden Darstellung der Ergebnisse, diese rückbezogen auf die zu Anfang dargestellte Heterogenität des feministischen Diskurses. Geschlossen wird die Bachelorarbeit mit Fragen zur ‚Wurzel‘ der Heterogenität, der je zugrunde liegenden Definition von ‚feministisch‘, die mit ihren politischen Implikationen die Ebene der Diskursanalyse verlassen und auf die Position der Autorin verweisen.

Ich würde mich sehr über die Möglichkeit freuen, auf dem 3. Studentischen Soziologiekongress diese Bachelorarbeit im Rahmen eines Vortrags mit anschließender Diskussion vorstellen zu können.

Paper Sophie Maria Ruby.pdf (19 KB)

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Dieser Beitrag ist ein eingereichter Abstract zum 3. Studentischen Soziologiekongress und steht unter dem Urheberrecht der Verfasserin/des Verfassers!

Dieser Beitrag wurde eingereicht von sophie ruby.

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7. Februar 2011 | Posted in: Abstracts | Kommentarbereich geschlossen

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