Verursachen
 Funken
 ein 
Feuer? 
Eine
 qualitative 
organisationssoziologische 
Fallstudie
 an
 der
 Grenze
 von
 Bildung 
und
 Wissenschaft

Seien
 es
 Lissabon
 und
 dessen
 angestrebte
 Wissensgesellschaft
 oder
 Bologna
 und
 sein
 dreigliedriges
 Studiensystem:
 Wissen
 ist
 ein
 fester
 Bestandteil
 des
 politischen
 Diskurses
 der
 EU‐Staaten.
 Ein
 zentraler
 Schauplatz
 dieses
 Feldes
 sind
 die
 Institutionen
 der
 Wissensvermittlung
 Schule
 und
 Universität.
 Die
 durch
 sie
 repräsentierten
 gesellschaftlichen
 Funktionssysteme,
 Bildung
 und
 Wissenschaft,
 werden
 dabei
 vermehrt
 mit
 dem
 Fokus
 auf
 die
 „Transformation“
 der
 SchülerInnen
 zu
 Studierenden
 betrachtet.
 Ob
 ein
 sorgsamer
 Blick
 auf
 die
 niedrige
 Zahl
 der
 Studienabschlüsse
 in
 den
 MINT‐Fächern
 (Mathematik,
 Informatik,
 Naturwissenschaft,
 Technik)
 oder
 die
 Kritik
 einer
 zu
 langen
 Studiendauer:
 eine
 gemeinsame
 Lösung
 ist
 die,
 dass
 die
 einzelnen
 SchülerInnen
 auf
 Basis
 des
 „richtigen“
 Wissens
 StudentInnen
 werden
 sollen
 und
 dadurch
 den
 Wechsel
 zwischen
 den
 Systemen
 möglichst 
reibungslos 
vollziehen
 sollen.



von Leopold Ringel und Georg Reischauer

Um
 dieses
 in
 der
 soziologischen
 Literatur
 als
 Statuspassage 
 bezeichnetes
 Problemfeld
 zu
 entschärfen,
 wurde
 in
 Österreich
 das
 Bundesministerium
 für
 Wissenschaft
 und
 Forschung
 aktiv.
 Es
 rief
 2008
 das
 Rahmenprogramm
 „Sparkling
 Science“
 ins
 Leben,
 welches
 Projekte
 fördert,
 in
 denen
 SchülerInnen
 Seite
 an
 Seite
 mit
 WissenschafterInnen
 aus
 universitären
 und
 außeruniversitären
 Einrichtungen
 forschen.
 Ziel
 dieser
 temporären
 Vereinigungen
 ist
 die
 gemeinsame
 Produktion
 von
 wissenschaftlich
 relevanten
 Erkenntnissen,
 die
 Etablierung
 langfristiger
 institutioneller
 Kooperationen
und
eine
Stimulation
der
wissenschaftlichen
Neugier
der
SchülerInnen.


Die
 vorliegende
 im
 Paradigma
 der
 interpretativen
 Sozialforschung
 verortete
 Fallstudie
 untersucht
 eines
 der
 geförderten
 Projekte
 unter
 einer
 organisationssoziologischen
 Perspektive.

Neben
 einer 
dynamischen, 
durch 
Interesse 
angeleiteten 
Wirklichkeitskonstruktion
 seitens 
der 
SchülerInnenschaft
 zeigt
 sich
 in
 dem
 durch
 die
 drei
 Akteursgruppen
 LehrerInnen,
 SchülerInnen
 und
 ForscherInnen
 konstituierten
 Projekt
 eine
 Emergenz
 von
 organisationsaffinen
 Strukturen,
 deren
 Legitimität
 jedoch
 nicht
 auf
 einer
 formalen
 Grundlage
 beruht.
 Wissensasymmetrie,
 der
 symbolische
 Wert
 von
 Wissenschaft
 sowie
 die
 Moralität
 des
 Forschungsthemas
 ermöglichen
 die
 Konstitution
 einer
 Quasi‐ Organisation, 
deren 
ständige 
Reproduktion
 keines falls 
selbstverständlich
 ist.

Mit
 diesem
 Beitrag
 soll
 gezeigt
 werden,
 welche
 Auswirkungen
 Programme
 der
 Konfiguration
 „Sparkling
 Science“
 auf
 die
 soziale
 Realität
 der
 beteiligten
 Akteursgruppen
 haben.
 Und,
 auf
 abstrahierter
 Ebene,
 ob
 mit
 diesem
 gezielten
 Funkenschlag
 der
 gewünschte
 wissenstechnische
 Flächenbrand
verursacht
werden
kann.


Leopold Ringel und Georg Reischau,

Dieser Beitrag wurde eingereicht von daniela.

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20 Kommentare bis “Verursachen
 Funken
 ein 
Feuer? 
Eine
 qualitative 
organisationssoziologische 
Fallstudie
 an
 der
 Grenze
 von
 Bildung 
und
 Wissenschaft”

  1. Guten morgen allerseits! Ich bin Marc und begleite euch heute als Live-Blogger durch dieses Panel.

  2. Der Saal füllt sich langsam und es wird sicher in einigen Minuten losgehen…

  3. Vorab vielleicht noch kurz zu meiner Person: Ich bin Marc, studiere “Soziologie technikwissenschaftlicher Richtung” an der TU Berlin, beschäftige mich im Rahmen meines Studiums aktuell hauptsächlich mit sozialen Initiativen und Bewegungen und wie diese die Möglichkeiten des Web 2.0 für ihre Zwecke nutzen. Außerdem bin ich Mitglied im Orga-Team des 3. Studentischen Soziologiekongresses und kümmere mich morgen unter anderem um die Fokusgruppen-Phase im Veranstaltungsteil “Internet und Gesellschaft” und um die Abschlussveranstaltung.

  4. Aktuelle Posts zum Kongress und erste Bilder aus der Live-Bericht-Erstattung findet ihr auch auf unserer Facebook-Seite: http://www.facebook.com/pages/Studentischer-Soziologiekongress/133023333411898

  5. Ihr könnt übrigens auch hier oder per twitter mitdiskutieren und eure eigenen Eindrücke posten. Der twitter-Hashtag ist: #sozkong

  6. So. Die Tür ist zu, Georg begrüßt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

  7. Jetzt erst mal die Orga-Hinweise:

    Bitte Rücksicht auf die Verabschiedungsveranstaltung von Harald Bodenschatz nehmen, die parallel zu unserem Kongress stattfindet.

    Nutzt den Open-Space-Bereich im Foyer (rechts von den Vorlesungsräumen), um euch zu vernetzen, eure Ideen zu diskutieren, dem Orga-Team Feedback zu geben und spontan eigene Workshops zu starten!

  8. So. Der Vortrag beginnt: Eva Wimmer eröffnet den Vortrag: Ausgangsproblem ist die “Statuspassage” zwischen dem Schüler- und Studentenstatus. Die Politik sieht sich Druck aus der Wirtschaft ausgesetzt, um die Zahl qualifizierter AbsolventInnen zu steigern. In Österreich gibt es hierzu ein “Sparkling Science” Programm, um Wissenschaft für SchulabsolventInnen zu fördern.

  9. Das präsentierte Projekt untersucht die Wirkung des “Funkenflugs” zwischen Wissenschaft und Praxis in diesem Förderprogramm. Das beforschte Projekt heißt “My Life – My Style – My Future”, welches auf das Thema “Nachhaltigkeit” fokussiert.

  10. Als Erhebungsmethoden wurden offene Interviews und teilnehmende Beobachtungen durchgeführt. Die Daten wurden anschließend ausführlich (hermeneutisch) analysiert.

  11. In der Empirie zeigte sich in der Kooperation zwischen Schulen und wissenschaftlichen Partnern ein Machtgefälle in Form einer Wissensasymmetrie.

  12. zentrale Einsicht: Der Diskurs im beforsten Projekt ist, im Gegensatz zur “Lyrik” nicht gleichberechtigt (auf Augenhöhe) möglich.

  13. Interessant: In einem Projekt, wo Partner sich eigentlich auf Augenhöhe begegnen sollten, bildet sich eine hierarchische “Quasi-Organisation” heraus. Wobei die Wissenschaftler die Leitungsebene, die beteiligten Lehrer die Ebene des mittleren Managements und die Schüler die “unterste” ausführende Ebene bekleideten.

  14. Demotivierend für die beteiligten Schüler: Die spannenden Aufgaben wurden hauptsächlich von den Hauptamtlichen übernommen und die Schüler bekamen nur – aus ihrer Sicht – uninteressante Tätigkeiten ab. Daher müssten neue “externe” Anreize geschaffen werden.

  15. Durch die hierarchisierte Projektstruktur ergab sich ein eher von Autorität als von Kreativität geprägtes Arbeitsklima. Von daher erreichte das beforste Projekt sein Ziel “das Feuer” für die Wissenschaft zu entflammen nicht wirklich, sondern entzündete allenfalls ein paar “Flämmchen”.

  16. Weiterführende Fragen (seitens der Vortragenden):

    Ist hierarchische Organisation ein “unentrinnbares Datum der Moderne / des Kapitalismus”?

    Wie kann Sozialisation in Richtung Wissenschaft erfolgreich funktionieren?

  17. Publikumsfrage: Wie haben das beauftragende Forschungsministerium und die Partner auf die Ergebnisse der Studie reagiert?

    Unterschiedliche Reaktionen: Teils positive Aufnahme: “Gut, dass wir das Feedback haben.” // Teilweise wollten die “unerfreulichen” Ergebnisse aber auch nicht gehört werden.

  18. Publikumsfrage: Ist das Ergebnis nicht etwas schwarz gemalt? Scheitert die “Sozialisation in Richtung Wissenschaft” immer oder gibt es nicht auch positive Effekte in Richtung des “Weckens des Interesses an Wissenschaft”?

    Antwort: Ja. Das Projekt hat tatsächlich auch zu einer Förderung bzw. einem gegenseitigen Kennenlernen zwischen Wissenschaft und Schule gesorgt.

  19. Jetzt geht’s in die Methoden-Diskussion: Wie nähere ich mich einem Thema, wie plane ich meine Erhebungsinstrumente, wie trianguliere ich meine Daten? – Hoffentlich lernen wir in diesem Bereich alle während des Kongresses noch weiter voneinander.


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