Analoges Auflegen im digitalen Zeitalter

Innerhalb der Berliner Technoszene wird gelegentlich über Partys mit Aussagen wie „ein ausgewiesener Liebhaber der analogen Technik“ (Suicide Berlin 05.08.2011) oder gar „Vinyl März 2011“ (Berghain) informiert. Die Frage, die sich daran anschließt ist: Warum legen DJs überhaupt noch analog auf? Ist Techno nicht dadurch bekannt geworden, dass elektronisch erzeugte Klänge zu Musik gemacht wurden? Und ist es nicht der PC, der dies alles noch besser möglich macht?
Innherhalb dieses Beitrags werden qualitative Interviews mit DJs, die sich für analoges Auflegen entschieden haben, vorgestellt. Diese Interviews werden dabei zum einen mit Hilfe des Konzepts der Technikgenerationen und zum anderen mit dem der Sozialisation ausgewertet.

von Maria Badke

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3 Kommentare bis “Analoges Auflegen im digitalen Zeitalter”

  1. [...] Maria Badke: Analoges Auflegen im digitalen Zeitalter [...]

  2. Mirka sagt:

    Hallo, ich habe bei dem Vortrag “offline gebloggt” und werde meine Notizen nun hier posten. Los geht’s: ;)

    Ergebnisse werden präsentiert: Warum legen DJs in der Technoszene analog auf?

    Methode: Qualitative Interviews aus Perspektive der Lebenslaufforschung

    Theoretische Basis: Sozialisationstheorie nach Hurrelmann, verschiedene Instanzen der Persönlichkeitsentwicklung

    Ergebnisse der durchgeführten Studie: Freunde, Schallplattenspieler der Eltern wichtig
    Desweiteren: Abgrenzung zu musikalischer Ausbildung in der Schule, technische Geräte haben untersuchte professionelle DJs bereits in Kindheit bedient
    Djs benutzen beim Auflegen auch CDs
    Vorbilder waren andere DJs
    Computer steht bei Befragten seit Kindheit nicht besonders im Mittelpunkt, wird nicht als Musikinstrument begriffen, authentischer/professioneller, wenn dann werden Schallplatten benutzt, keine Technikaffinität

    Probleme: keine Vergleichsgruppe zur Bewertung der Untersuchungsgruppe
    Für die weitere Forschung: Wie kann man sich dem Thema aus quantitativer Perspektive nähern?

  3. Mirka sagt:

    Publikumsfragen/-anmerkungen:
    Warum ist die quantitative Perspektive nötig?
    Antwort: Mischung von qualitativen und quantitativen Methoden erstrebenswert

    Frage: Warum wurde keine work-place-Study durchgeführt? Welchen Unterschied macht analoges und digitales Auflegen in der Praxis?
    In dieser Szene interessiert der Interaktionismus. Wie gestaltet er sich für die Akteure der Szene?
    Antwort: DJs sind nicht Teil der Szene, da zu institutionalisiert

    Frage: Für eine Anwendung quantitativer Methoden wäre gut, die Studie international durchzuführen

    Frage: Verdienen analoge DJs mehr? Sind Klubpreise höher?

    Frage: Waren es geschlossen Interviews? Welche Hypothese gab es vorher?
    Antwort: Es wurden offene Leitfadeninterviews durchgeführt. Die Analyse gestaltete sich schwierig, da alleine durchgeführt

    Frage: Wie hört sich CD, wie Schallplatte im Klub an? Welche Rolle spielt die Technik? Technik ist wichtig, weil man auch analog und digital mischen kann
    Antwort: Sie ist in der Studie nicht auf die Rolle der Technik eingegangen, denn Vergleich der Lebensläufe war wichtig

    Frage: Mehr Differenzierung wäre gut, denn nicht jeder Techno ist gleich. Was bedeutet halb-analoges Auflegen?

    Frage: Was war die spezifische soziologische Forschungsfrage? Warum genau diese Methode?
    Antwort: Thema wurde bisher nur aus einer technischen Perspektive beleuchtet. Sie wollte Gründe für mehrere DJs herausfinden. Welche Aspekte im Leben gibt es, sich wie mit Technik auseinander zu setzen?

    Frage: Der Moment des ersten Mals auflegen mit Platte im Klub wäre spannend.

    Frage: Was kann ein digital auflegender DJ eher als ein analoger?
    Antwort: Auflegen und Produzieren geht analog gleichzeitig, Techno braucht nicht Künstler und Song, sondern verändert die Arbeit als DJ.


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