Konstruktion von (inter-)kultureller Wirklichkeit auf der Grundlage visueller Massenmedien

Massenmedial vermittelte Bilder einer komplexen neuen Welt stellen sich nicht nur multimedial sondern auch multiperspektivisch dar. Dementsprechend beinhalten sie eine Vielzahl an vorder- und hintergründigen Informationen, die den Rezipient_innen nicht immer auf den ersten Blick zugängig sind. Dennoch formieren diese Bilder diskursiv eine Wirklichkeit, die im Alltäglichen das Wissen über die Welt (vor-)prägt, mitbestimmt und modifiziert.
Auf der Grundlage eines Plakates, das ich bildanalytisch in Anlehnung an das Stufenmodell Erwin Panofskys durchgeführt habe, werde ich in meinem Vortrag zum einen versuchen aufzuzeigen, wie (inter-)kulturelle Wirklichkeit visualisiert wird und, zum anderen, werde ich, daran anknüpfend, aufzeigen, wer an dieser Konstruktion maßgeblich beteiligt ist.
Abschließend möchte ich darüber diskutieren, ob diejenigen, die diese Bilder als vermeintliche Wahrheit konstruieren, die Definitionsmacht über Wissen besitzt, das mitverantwortlich ist, für das Generieren spezifischer gesellschaftlicher, politischer, rechtlicher und wirtschaftlicher Diskurse.

von Indra Röglin

Eine moderne Welt ohne Bilder unterschiedlichster Typen ist nicht vorstellbar. Unsere Sicht auf die Welt erschließt sich uns und wird u.a. hervorgebracht durch eine massenmediale Vermittlung von Bildern. Unser Wissen über die Welt wird repräsentiert durch Zeichen und Symbole, die damit quasi synonym für Kommunikation stehen. Technische Errungenschaften der Moderne ermöglichen einen immer schnelleren Zugriff auf immer mehr Information. Durch Bilder wird Information besonders schnell erfassbar.
Mitbestimmt wird die Sicht auf die Welt darüber hinaus durch eine Vielfalt an Perspektiven, die hauptsächlich durch eine globale Vernetzung der Welt forciert wird. In diesem Kontext spielt Migration eine gewichtige Rolle. Sie lässt die Menschen aufeinander treffen und erweitert so das Spektrum an Perspektiven, Einflüssen und Wissen über die Welt.
In diesem Prozess des Aufeinandertreffens und des Austausches von Informationen und Wissen werden die Rahmenbedingungen für ein gesellschaftliches Miteinander immer wieder neu ausgehandelt, sodass die wahrgenommene Wirklichkeit stetig neu konstruiert wird. Dies fordert in besonderem Maße Flexibilität und Offenheit im Umgang miteinander. Etablierte Vorstellungen von Welt und Wirklichkeit können ins Wanken geraten. Positionierungen in Form von Hierarchisierungen können sich verschieben oder sogar auflösen. Das macht deutlich, dass Wissen immer auch mit Macht verbunden ist.
Damit komme ich zu meiner These, die besagt, dass, diejenigen, die massenmediale Bilder produzieren, auch die Definitionsmacht haben, über Wissen, das visuell transportiert, unsere Sicht auf die Welt vorbestimmt und prägt, also die Rahmenbedingungen mit festsetzen für politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Diskurse.
Aus genau diesem Grunde scheint es mir besonders wichtig diese meinungsgenerierenden Bilder zu analysieren. Sie erscheinen, als Abbild von Wirklichkeit, immer im Anspruch von Wahrheit zu liegen.
Mit diesem Vortrag möchte ich in einem ersten Schritt die Bildanalyse eines Plakates, die ich auf der Grundlage des Stufenmodells von Erwin Panofsky durchgeführt habe, kurz skizzieren und daran aufzeigen, wie durch Massenmedien eine spezifische (inter-)kulturelle Wirklichkeit visualisiert wird. In einem daran anknüpfenden zweiten Schritt werde ich offenlegen, wer an der Konstruktion dieser (inter-)kulturellen Wirklichkeit maßgeblich beteiligt ist.
Bilder sind multiperspektivisch und beinhalten eine Vielzahl von vorder- und hintergründigen Informationen, die den Rezipient_innen nicht immer auf den ersten Blick zugängig sind, aber ihr Wissen im Alltäglichen dennoch (vor-)prägt, mitbestimmt und modifiziert.

Referentin: Indra Röglin, Universität zu Köln

Dieser Beitrag ist ein eingereichter Abstract zum 3. Studentischen Soziologiekongress und steht unter dem Urheberrecht der Verfasserin/des Verfassers!

Indra Röglin studiert im 9. Semester Diplom Pädagogik an der Universität zu Köln an der Humanwissenschaftlichen Fakultät im Institut für vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften. Ihr Schwerpunkt ist Interkulturelle Kommunikation und Bildung, ihre Wahlpflichtfächer sind Frauen- und Geschlechterforschung und Politikwissenschaft. Indra Röglin interessiert sich besonders für den Forschungsansatz der Cultural Studies und für die Diskursanalyse.

Dieser Beitrag wurde eingereicht von Indra.

Share

Kommentarbereich geschlossen.


Warning: Illegal string offset 'status_txt' in /www/htdocs/w00cd14a/2011/wp-content/plugins/share-and-follow/share-and-follow.php on line 1938

Warning: Illegal string offset 'status_txt' in /www/htdocs/w00cd14a/2011/wp-content/plugins/share-and-follow/share-and-follow.php on line 1938

Warning: Illegal string offset 'status_txt' in /www/htdocs/w00cd14a/2011/wp-content/plugins/share-and-follow/share-and-follow.php on line 1938